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"Er hört zwar..., nur nicht immer auf das erste Wort!"

...warum nonverbales, sprachfreies Arbeiten?

Unsere Hunde (hervor gegangen aus dem Wolf) haben sich in den vergangenen
ca. 15000 Jahren der Domestikation dem Menschen mehr und mehr angepasst.
Sie haben gelernt, uns Menschen zu lesen und unsere Körperbewegungen als
"aufrecht laufende Individuen" in unserer Körpersprache zu deuten.

Anhand unserer Sprachmelodie, der Stimmlage und dem Bewegungsmuster erkennen sie unsere Stimmungen. Sobald der Halter dem normalen Bewegungsmuster nicht mehr entspricht (z.B. auf Krücken geht, eine Behinderung hat, beschwipst ist o.ä.), wird der Hund unruhig und signalisiert über die Körpersprache, dass irgendetwas anders ist. Arbeitet man rein über die Sprache mit dem Hund, nutzt man lediglich einen minimalen Bruchteil aller Möglichkeiten und zudem noch die Undeutlichste.

   Kennen Sie das?

  • Du kommst jetzt sofort hier her..., aber schnell
  • Mach' jetzt mal schön Sitz
  • Los..., auf deinen Platz, aber dalli
Der Hund hört diese Sprachkommandos normalerweise sehr gut, auch noch über weite Entfernungen (wenn er sowieso die Lauscher aufgestellt hat). Da diese Kommandos aber sehr viele Wörter enthalten und der Blickkontakt zu Ihnen fehlt, kann er diese Kommandos nicht eindeutig verstehen . Auch eine lautere Stimme von ihnen trägt nicht zur besseren Verständigung bei.

Hunde kommunizieren innerartlich mit sehr feinen, deutlichen und unmissverständlichen Körpersignalen.
Dass wir diese Interaktion als Menschen gar nicht 100% drauf haben, steht außer Frage.

Was Sie aber lernen können ist, dass Sie Ihre Körpersignale bewusster einsetzen. Je klarer und deutlicher Sie damit umgehen, desto kleinere Bewegungen brauchen Sie, um sich verständlich zu machen. Mit etwas Training reicht letztendlich ein Schulterzucken oder eine Augenbraue hochzuziehen, um dem Hund ein Platz zu signalisieren.

Eine wichtige Komponente dabei ist der nötige Blickkontakt, den Ihr Hund braucht, um sich an Ihnen zu orientieren. Sprechen Sie ständig mit Ihrem Hund, reicht eine Drehung der Ohrmuschel Ihres Hundes, um zu wissen, wo Sie sich gerade befinden. Lassen Sie die Sprache aber weg, wird er zwangsläufig nach Ihnen schauen müssen, um zu wissen wo Sie eigentlich sind. Später sollten Sie evtl. die Sprache wieder einfließen lassen, da im höheren Alter die Augen an Sehkraft verlieren.